Kakerlaken sind nicht gleich Kakerlaken. Weltweit gibt es über 4.000 Arten, doch in Deutschland spielen nur wenige eine Rolle. Wer wissen möchte, ob es sich bei einem ungebetenen Gast um eine Schabe handelt – und wenn ja, um welche – sollte die wichtigsten Arten kennen.
🪳 Deutsche Schabe (Blattella germanica)
- Größe: 10–15 mm (relativ klein)
- Farbe: hellbraun bis gelblich
- Merkmal: zwei dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild
- Lebensraum: Küchen, Vorratsräume, Bäder – liebt Wärme und Feuchtigkeit
- Besonderheit: extrem vermehrungsfreudig, eine der häufigsten Schaben in Wohnungen
👉 Tipp: Wenn Sie kleine, flinke Kakerlaken in der Küche sehen – meistens handelt es sich um die Deutsche Schabe.
🪳 Orientalische Schabe (Blatta orientalis)
- Größe: 20–28 mm (deutlich größer als die Deutsche Schabe)
- Farbe: dunkelbraun bis schwarz
- Merkmal: wirkt kräftiger, bewegt sich langsamer
- Lebensraum: Keller, Abflüsse, Abwasserkanäle – bevorzugt kühle, feuchte Orte
- Besonderheit: kann bei starkem Befall in obere Stockwerke wandern
👉 Tipp: Oft auch als „Küchenschabe“ bezeichnet, tatsächlich aber eher im Keller und in dunklen Ecken zu finden.
🪳 Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)
- Größe: 30–40 mm (die größte der drei Arten)
- Farbe: rotbraun
- Merkmal: heller Rand am Halsschild, lange Flügel – kann sogar kurze Strecken fliegen
- Lebensraum: vor allem in warmen, feuchten Gebäuden wie Bäckereien, Schwimmbädern oder Gewächshäusern
- Besonderheit: in Deutschland seltener, aber in Städten mit großen Warmräumen (z. B. Tropenhäusern) durchaus verbreitet
👉 Tipp: Falls Sie eine riesige Schabe entdecken, handelt es sich fast immer um die Amerikanische Schabe.
🔎 Woran erkennt man einen Befall?
Neben dem direkten Anblick von Kakerlaken gibt es weitere Hinweise:
- Häutungsreste oder Kotspuren (schwarz, krümelig)
- unangenehm süßlicher Geruch
- angefressene Lebensmittelverpackungen
🚨 Fazit
Die Deutsche Schabe ist in Wohnungen am häufigsten, die Orientalische Schabe eher in Kellern, und die Amerikanische Schabe fällt vor allem durch ihre Größe auf.
Wer weiß, mit welcher Art er es zu tun hat, kann gezielter handeln – und schneller die richtigen Bekämpfungsmaßnahmen einleiten.